Berlin darf nicht länger die Hauptstadt der gebrochenen Bildungsversprechen sein!
- gegen Bildungsverbrechen und gebrochene Bildungsversprechen
für Kinder mit Förderbedarf -
Offener Brief im Namen der Berliner Kinder mit Förderbedarf, insbesondere Autismus,
an den regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegener,
sowie Bildungssenatorin Günther-Wünsch
und die weiteren Verantwortlichen auf allen Ebenen
Berlin, den 3.12.2025
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Senatorin und sehr geehrte Damen und Herren in den Schulverwaltungen, SIBUZen, in den Bezirken und an den Schulen,
ich schreibe Ihnen heute, am internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, mit einem dringenden Apell und als Mutter eines 12-jähringen Sohnes im Autismus-Spektrum, der zwei Jahre lang in Berlin vom Schulbesuch ausgeschlossen war. Zwei Jahre ohne Unterricht, ohne Materialien, ohne Nachfrage - für uns ohne Menschlichkeit. Zwei Jahre, in denen mein Sohn nicht als Kind mit unveräußerlicher Würde behandelt wurde, sondern als Akte. Zwei Jahre, in denen er jeden Tag die quälende Frage stellte:
„Warum lehnen mich alle ab?“
Diese Worte spiegeln eine unglaubliche kindliche Verzweiflung und sind gleichzeitig Anklage für mich und andere betroffene Eltern an ein System, das die grundlegendsten Prinzipien unserer Demokratie, wie Solidarität und das Recht auf Bildung und Teilhabe, verletzt und welches deren Umsetzung massiv verfehlt hat. Sie sind auch das Zeugnis von tiefgehenden und bleibenden Wunden, die von Verantwortlichen meist beiläufig – natürlich ohne Absicht, aber auch ohne Rücksicht, zugefügt wurden und werden.
Eine kleine Ablehnung oder „Wegempfehlung“ für eine Schule, eine Lehrkraft oder andere Verantwortliche, aber eine mit jedem beiläufigen Mal tiefer gehende Verletzung eines Kindes, die sich einbrennt und Gefühle wie Wertlosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung auslöst. Unzählige Kinder mit Förderbedarf erleiden auf diese Weise in unserem System bleibende seelische Wunden, die auch wieder zu mehr Unterstützungsbedarf führen.
Mein Sohn erlebte wie Tausende Berliner Kinder mit Beeinträchtigungen nicht Inklusion, sondern systematischen Ausschluss: Suspendierungen, verweigerte Klassenfahrten, abgelehnte Schulaufnahmen, fehlende Nachteilsausgleiche. Lehrkräfte waren und sind überfordert und ungeschult. Behörden reagierten systematisch mit Verschleppung, Bürokratie und Ausweichmanövern. Familien, als tragende Säulen der Gesellschaft, werden aufgerieben in einem System aus Nicht-zuständigkeiten und in mutmaßlich vorsätzlich intransparenten Schulplatzvergabe- und Entscheidungsverfahren.
Die Folgen sind gravierend: psychische Belastung, Angst, Isolation, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. Eltern tragen die gesamte Verantwortung und Last, wenn das System versagt – Tag für Tag. Nicht nur Bildungsjahre und Gesundheit werden gestohlen, sondern das Vertrauen in Menschen und Institutionen und den Staat zerstört, der unsere und seine Kinder schützen und fördern sollte.
Insbesondere Berliner Kinder im Autismus-Spektrum werden in Berlin bekanntermaßen zu oft gar nicht oder nur unzureichend beschult. Lehrkräftemangel, bürokratische Hürden, fehlende Ausbildung, exklusive Kleinklassen – ein System, das nicht trägt, sondern Kinder wie „Flipperkugeln“ umherschleudert, bis sie aufgeben - die eigene Bildung, oder das Leben in Berlin.
Dies ist nicht mehr nur eine pädagogische Schieflage einer Stadt, die den Anspruch hat, eine offene Weltstadt zu sein. Es ist auch ein Verfassungsbruch und eine moralische Bankrotterklärung aller in diesem System involvierten und Verantwortlichen. Auch nach 15 Jahren UN- Behindertenrechtskonvention scheint es auf allen Ebenen bis hin zu den Lehrkräften noch immer nicht verstanden, dass die Inklusion von Kindern und Menschen mit Behinderungen nicht zwangsläufig nur Probleme mit sich bringt, sondern eigentlich die Chance auf eine bessere, gerechtere Gesellschaft ist, in der Platz für jede und jeden ist. Hier muss nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland dringend ein Gesinnungswandel stattfinden. Kinder sind keine Probleme, sie sind die Zukunft.
Bereits am 16. Juni 2000 wurde in einem Beschluss der ständigen Kultusministerkonferenz der Umgang mit autistischen SchülerInnen geregelt, den auch Berlin unterzeichnet hat. Doch kaum eine Schule kennt diesen und kann sich so auch nicht danach ausrichten. Nach 25 Jahren ein unglaubliches Armutszeugnis, welches selbst das Nichts-Tun in Bezug auf 15 Jahre UN-BRK in den Schatten stellt! Aktuell fehlt es offensichtlich nicht nur an Geld und durchdachten Lösungen, sowie dem Willen, überhaupt etwas zu verändern, sondern auch an den Visionen und der Hoffnung auf eine bessere, menschlichere und inklusive (Stadt-)Gesellschaft - bei jedem Einzelnen.
Trotz aller Ablehnung und demotivierenden Erfahrungen hielt mein Sohn durch. Nicht, weil das System ihn stützte, sondern weil er getragen wurde: von uns, seiner Familie, und einzelnen Menschen und Beratungsstellen, wie Autismus Deutschland und der Einzelfallhilfe, um die wir anderthalb Jahre kämpfen mussten. Und weil er den eigenen Wunsch hatte: etwas aus seinem Leben zu machen.
Viele Berliner Kinder mit Förderbedarfen erleiden Ähnliches: Sie verlieren wertvolle Bildungsjahre, Selbstvertrauen und soziale Teilhabe. Familien werden zermürbt, belastet und überfordert. Eltern geben ihre Jobs auf, um die Lücken des Systems zu schließen, und landen so häufig in der Armutsfalle und fallen der Gesellschaft zusätzlich finanziell zur Last. Gesellschaftlich entstehen dadurch doppelt langfristige Kosten durch mangelnde Teilhabe und verpasste Bildungschancen: Sowohl auf Seiten der Eltern, die aufgrund fehlender Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten vom Arbeitsmarkt gedrängt werden, als auch auf Seiten der Kinder, die nicht zu selbstständigen und vollwertigen, produktiven Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden. 80 % aller autistischen Erwachsenen stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, weil für sie keine geeigneten Rahmenbedingungen geschaffen werden. Bei anderen Beeinträchtigungen sieht es nicht besser aus. Sie alle könnten zum Bruttoinlandsprodukt beitragen, wenn man ihnen die Möglichkeit und richtige Ausstattung geben würde.
Die Folgen Ihrer aktuellen Politik und der Haltungslosigkeit aller Beteiligter sind wirtschaftlich, aber vor allem auch menschlich und gesellschaftlich dramatisch: Eine Generation von Kindern wächst heran, die ohne echte Bildung und Teilhabe auf Dauer in Abhängigkeit und Isolation gedrängt wird. Besonders stark trifft dies Kinder aus Familien, die ohnehin weniger haben: weniger Einkommen, weniger Sprachkenntnisse, weniger Zugang zu Anwälten, Psychologen oder Unterstützungsnetzwerken. Hier wird Bildungsungleichheit nicht bekämpft, sondern institutionell produziert.
Darüber hinaus führt die fehlende Teilhabe vielfach zu psychischen Folgeerkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Essstörungen. Diese Erkrankungen verursachen zusätzliche Kosten im Gesundheitssystem, die durch frühzeitige und echte Teilhabe in weiten Teilen vermieden werden könnten.
Mein Sohn liegt im deutschen IQ-Normbereich und ist verbal. Aufgrund unzureichender Rahmenbedingungen in der Schule und fehlender differenzierter Wahrnehmung seines Verhaltens entwickelte er eine ablehnende Haltung gegenüber der Schule. Er fühlte sich gezwungen, sich permanent zu schützen und zu verteidigen, bis er schließlich begann zu schweigen und kaum noch zu kommunizieren. Fehleinschätzungen verhindern, dass Kinder die Förderung erhalten, die ihrem tatsächlichen Potenzial entspricht, und machen sie im Schulsystem unsichtbar. Kinder fallen zwischen die Kategorien und werden nicht als Einzelfall betrachtet. Sie verlieren dadurch entscheidende Chancen darauf, ihr Leben später selbst in die Hand zu nehmen.
Wir fühlen uns gezwungen, an dieser Stelle noch einmal auf die rechtlichen Grundlagen, die Ihnen bekannt sein müssten, hinzuweisen, da deren Umsetzung bisher nicht erkennbar ist:
Bereits Artikel 1 des Grundgesetzes verpflichtet den Staat und seine Organe: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Artikel 3 GG, der mittlerweile mehr als 30 Jahre Bestand hat und der im vergangenen Jahr zusammen mit dem 15-jährigen Bestehen der UN-BRK von der damaligen Bundesregierung in einem Festakt gefeiert wurde, betont „Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden. Zu feiern ist uns wahrlich nicht zumute: Auch die Zusicherung eines diskriminierungsfreien Zugangs zu Bildung (Art. 24 UN-BRK) in der UN-BRK sehen wir in keinster Weise umgesetzt. Das BGG (§ 7), welches öffentliche Stellen verpflichtet, Barrieren abzubauen, sei hier genauso wie das Allgemeine Gleichstellungsgesetz („Benachteiligung aufgrund von Behinderung“, § 1 AGG i. V. m. § 2 Abs. 1 Nr. 7 AGG) und das Bundesteilhabegesetz (BTHG, § 1 SGB IX in der Fassung durch das BTHG) nur der Vollständigkeit halber genannt. Natürlich sind diese Gesetze das Papier nicht wert, auf dem Sie geschrieben sind, wenn es dermaßen an der Umsetzung hakt. Das Ganze grenzt schon an staatliche Verhöhnung, denn diese Rechte wurden und werden für mein Kind und tausende andere Kinder mit Förderbedarf in Berlin über Jahre missachtet. Das gesamte System – Schulen, Verwaltung, Behörden – hat versagt.
Ich und unser Bündnis aus Eltern und Organisationen fordern daher nun auch im Einklang mit den Forderungen des Berliner Bündnisses für Schulische Inklusion dringend und konkret:
- Achtung der Menschenwürde und Menschenrechte: Übernehmen Sie Verantwortung und handeln Sie, statt diese Abwärtsspirale weiterzudrehen. Nicht-Handeln bedeutet auch hier, sich mitschuldig zu machen. Rechtsgrundlagen: Art. 1 GG (Würde des Menschen ist unantastbar), UN-BRK.
- Verbindliche Umsetzung von Inklusion und Nachteilsausgleichen: Wir fordern die Verbindliche Umsetzung von Nachteilsausgleichen und Inklusion in allen Berliner Schulen. Rechtsgrundlagen: Art. 24 UN-BRK (Sicherstellung eines inklusiven Bildungssystems auf allen Ebenen), § 2 Abs. 1 Nr. 7 AGG (Verbot der Benachteiligung im Bildungswesen). Der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen kritisierte Deutschland 2023 erneut dafür, dass Kinder mit Behinderung noch immer systematisch von Regelschulen ausgeschlossen werden.
Förderschulen, obwohl die UN-BRK seit 2009 gilt. Deutschland leistet sich, auch im Vergleich zu anderen Ländern, ein mit 23,4 Milliarden extrem teures System von menschenrechtswidriger Exklusion. In Berlin liegt die Inklusionsquote zwar über dem Bundesschnitt, dennoch besuchen über 12.000 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf weiterhin Förderschulen. - Professionelle Qualifizierung aller Lehrkräfte im Umgang mit Kindern mit Behinderungen (Art. 24 Abs. 4 UN-BRK (Ausbildung aller Lehrkräfte für inklusiven Unterricht); § 1 SGB IX, BTHG (Gewährleistung der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft). Auch eine Studie der Bertelsmann Stiftung (2021) zeigt, dass sich über 60 % der Lehrkräfte beispielsweise unzureichend vorbereitet fühlen, um Kinder im Autismus-Spektrum zu unterrichten.
- Ressourcen bereitstellen, damit Förderzentren und Schulen nicht überlastet werden (§ 7 BGG (Verpflichtung öffentlicher Stellen zum Abbau von Barrieren), Art. 3 Abs. 3 GG: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. In Berlin fehlen laut GEW mindestens 1.000 Sonderpädagog:innen (Stand 2023). Kinder mit Förderbedarf werden häufig „stundenweise“ beschult oder bleiben ganz ohne Unterricht.
- Umstrukturierung der Berliner Beratungs- und Unterstützungszentren – Schaffung unabhängiger Beschwerde- und Beratungsstellen! Seit 2014 haben die Berliner Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) den Auftrag, Familien und Schule auf dem Weg hin zur inklusiven Schule zu unterstützen. Wir sehen ihre Arbeit kritisch und bemängeln, dass eine beratende Stelle gleichzeitig auch die Bewilligung von Leistungen vornimmt. Wir fordern Beratung, Transparenz, Beschwerdemöglichkeiten, Unabhängigkeit im Sinne der Forderungen des Berliner Bündnisses für schulische Inklusion
Laut dem Bildungsbericht 2022 besuchen bundesweit noch rund 4,5 % aller Schüler:innen Förderschulen, obwohl die UN-BRK seit 2009 gilt. Deutschland leistet sich, auch im Vergleich zu anderen Ländern, ein mit 23,4 Milliarden extrem teures System von menschenrechtswidriger Exklusion. In Berlin liegt die Inklusionsquote zwar über dem Bundesschnitt, dennoch besuchen über 12.000 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf weiterhin Förderschulen.
- Professionelle Qualifizierung aller Lehrkräfte im Umgang mit Kindern mit Behinderungen (Art. 24 Abs. 4 UN-BRK (Ausbildung aller Lehrkräfte für inklusiven Unterricht); § 1 SGB IX, BTHG (Gewährleistung der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft). Auch eine Studie der Bertelsmann Stiftung (2021) zeigt, dass sich über 60 % der Lehrkräfte beispielsweise unzureichend vorbereitet fühlen, um Kinder im Autismus-Spektrum zu unterrichten.
- Ressourcen bereitstellen, damit Förderzentren und Schulen nicht überlastet werden (§ 7 BGG (Verpflichtung öffentlicher Stellen zum Abbau von Barrieren), Art. 3 Abs. 3 GG: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. In Berlin fehlen laut GEW mindestens 1.000 Sonderpädagog:innen (Stand 2023). Kinder mit Förderbedarf werden häufig „stundenweise“ beschult oder bleiben ganz ohne Unterricht.
- Umstrukturierung der Berliner Beratungs- und Unterstützungszentren – Schaffung unabhängiger Beschwerde- und Beratungsstellen! Seit 2014 haben die Berliner Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) den Auftrag, Familien und Schule auf dem Weg hin zur inklusiven Schule zu unterstützen. Wir sehen ihre Arbeit kritisch und bemängeln, dass eine beratende Stelle gleichzeitig auch die Bewilligung von Leistungen vornimmt. Wir fordern Beratung, Transparenz, Beschwerdemöglichkeiten, Unabhängigkeit im Sinne der Forderungen des Berliner Bündnisses für schulische Inklusion
- Professionelle Qualifizierung aller Lehrkräfte im Umgang mit Kindern mit Behinderungen (Art. 24 Abs. 4 UN-BRK (Ausbildung aller Lehrkräfte für inklusiven Unterricht); § 1 SGB IX, BTHG (Gewährleistung der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft). Auch eine Studie der Bertelsmann Stiftung (2021) zeigt, dass sich über 60 % der Lehrkräfte beispielsweise unzureichend vorbereitet fühlen, um Kinder im Autismus-Spektrum zu unterrichten.
- Ressourcen bereitstellen, damit Förderzentren und Schulen nicht überlastet werden (§ 7 BGG (Verpflichtung öffentlicher Stellen zum Abbau von Barrieren), Art. 3 Abs. 3 GG: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. In Berlin fehlen laut GEW mindestens 1.000 Sonderpädagog:innen (Stand 2023). Kinder mit Förderbedarf werden häufig „stundenweise“ beschult oder bleiben ganz ohne Unterricht.
- Umstrukturierung der Berliner Beratungs- und Unterstützungszentren – Schaffung unabhängiger Beschwerde- und Beratungsstellen! Seit 2014 haben die Berliner Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) den Auftrag, Familien und Schule auf dem Weg hin zur inklusiven Schule zu unterstützen. Wir sehen ihre Arbeit kritisch und bemängeln, dass eine beratende Stelle gleichzeitig auch die Bewilligung von Leistungen vornimmt. Wir fordern Beratung, Transparenz, Beschwerdemöglichkeiten, Unabhängigkeit im Sinne der Forderungen des Berliner Bündnisses für schulische Inklusion
Nicht alle Familien haben die Kraft und Ressourcen, offen und ausdauernd zu kämpfen. Wir schreiben für meinen Sohn, unsere Kinder und für all jene, die keine Stimme haben, obwohl sie täglich versuchen, Teil unserer Gesellschaft zu sein. Hinter uns stehen Eltern, Vereine und Initiativen. Jedes Kind und jeder Mensch verdient es, gesehen, gehört und verstanden zu werden – neurotypisch und neurodivergent gleichermaßen.
Nicht alle Familien haben die Kraft und Ressourcen, offen und ausdauernd zu kämpfen. Ich schreibe für meinen Sohn und für all jene Kinder, die keine Stimme haben, obwohl sie täglich versuchen, Teil unserer Gesellschaft zu sein. Hinter mir stehen Eltern, Vereine und Initiativen. Jedes Kind und jeder Mensch verdient es, gesehen, gehört und verstanden zu werden – neurotypisch und neurodivergent gleichermaßen, egal mit welcher Form von Beeinträchtigung.
Wenn Sie jetzt nicht handeln, wird die zukünftige Gesellschaft, also auch Ihre Kinder und Enkel - die Rechnung bezahlen: mit steigenden sozialen Kosten und einer Generation an Berliner Kindern mit Behinderungen, deren Potenziale bewusst und fahrlässig verschwendet wurden, und einer bitteren Erkenntnis: Sie haben die Weichen falsch oder gar nicht gestellt, als es am wichtigsten war. Es ist Ihre Aufgabe, nicht nur Lehrpläne zu verwalten, sondern Grundrechte zu schützen. Es ist Ihre Pflicht, nicht nur von Inklusion zu reden, sondern sie zu verwirklichen. Es ist Ihre Verantwortung, Kinder mit Beeinträchtigungen nicht an den Rand zu drängen, sondern sie in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen - unabhängig von Herkunft, Sprache, Diagnose oder Einkommen ihrer Eltern.
Berlin darf nicht länger die Hauptstadt der gebrochenen Bildungsversprechen sein.
Die Würde unserer Kinder ist nicht verhandelbar. Sie verspielen nicht nur das Vertrauen der Menschen in die Politik, soziale Gerechtigkeit und Demokratie, sondern Sie verspielen unsere Zukunft. Denn unsere Kinder sind die einzige Zukunft, die wir haben.
Handeln Sie. Jetzt.
Mit nachdrücklichem Appell,
Nura Tolba,
und Zehra Wellmann-Sam (Initiatorinnen)
MitunterzeichnerInnen:
Britta Zytariuk – Autorin
Muna Bagh - Autismus Deutschland
Jonas Tolba -Erzieher
Iman Ezdamirova – Pflegefachkraft
Nadine Nguyen – Filialleiterin/Salonmanagerin
Gayathrey Briese-Schwiontek – Sozialpädagogische Assistentin
Rhoda Ama Woitke - Schulische Inklusionsassistentin
Leyla Cansiz - Künstlerin
Mark Sam – TV & Entertainment Producer
Semra Samah
Gabriele Richter - Anwaltsgehilfin
Ayat Rebie - Altenpflege
Kay Günther - Erzieher
Kübra Kilic - Erzieherin
Aalija Tolba-Said - Pädagogin
Semra Aykol - Pädagogin
Ecem Koc - Studentin
Samah Madi - Studentin
Monika Meisenberg - Lehrerin
Sigrid Trense - Altenpfleger
Hamide Akis - Lehrerin
Fadilah Tolba - Schülerin
Shakir Tolba - Schüler
Sükran Keskin - Selbständig
Melek Erkut - Selbstständig
Julia Spehr - Erzieherin
Sabriye Coco - Erzieherin
Meral Kiak - Erzieherin
Friederike Greischel - Erzieherin
Janat Ali - Sozialpädagogische Assistenz
Ali Zülfikar Kilic - Chemikant
Ahmet Kilic - Anlagenmechaniker/in für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik
Oguzhan Kilic - Maler und Lackierer
Mustafa Tekin - Gastronom
Kübra Tekin - Erzieherin
Begüm Tekin - Kinderkranken Schwester
Sara Karadag - Lehrerin
Alice Lukazewski - Erzieherin
Emine Kilic - Erzieherin
Roman Herbig
Nadine Söhn
Anna Emberger
und viele weitere mehr.
Wir kämpfen für Inklusion und chancengleiche Bildung in Berlin
Wir sind eine Elterninitiative, unterstützt von Einzelpersonen, gemeinnützigen Organisationen und Initiativen, die zum Ziel hat, an die Politik und Entscheidungsträger in Berlin zu appellieren. Unser Ziel: Die meist katastrophalen Zustände an den Schulen in Berlin für Kinder mit Förderbedarf müssen verbessert und Inklusion und Teilhabe verwirklicht und endlich menschenrechtskonform werden!


Öffentliche Aktionen
Wir organisieren öffentliche Veranstaltungen und Kampagnen zur Sensibilisierung für Inklusionsbedarfe.

Partnerschaften
Wir arbeiten mit verschiedenen Organisationen zusammen, um unsere Ziele zu erreichen.

Petitionen
Wir reichen Petitionen ein, um Veränderungen herbeizuführen.

Über uns
Gemeinsam für eine bessere Bildung
Wir setzen uns für die Belange von Kindern mit Beeinträchtigungen ein.
Unsere Initiative vereint Eltern, die für eine gerechte Bildung kämpfen.
Durch unsere Aktionen wollen wir den Druck auf die Entscheidungsträger erhöhen.

